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Mittelständler wollen erste Wahl

Vier Unternehmen starten Ausbildungsoffensive - Werbung für Lehre in ihrem Betrieb

Weiden. (wd) Selbstbewusst werfen sie ihre Netze aus. Sie wollen die erste Wahl bei den Schulabgängern, die bisher von renommierten Großfirmen abgefischt werden. Dabei haben "Team Roscher", Richthammer Versicherungsmakler OHG, Azubi Lehrmittel GmbH und die Firmengruppe Forster mindestens ebenso viel zu bieten. Mehr noch: Sie gewährleisten eine individuelle Ausbildung. Und der Nachwuchs verfügt über ungleich höhere Karrierechancen.

Erster Schritt für Diplom-Kaufmann Berthold Roscher, Michael Richthammer, Peter Eichleitner und Anton Forster ist die Herausgabe der Broschüre "Volle Dröhnung - Ausbildungspower für Deine Zukunft". In den Flyern stellt sich jedes Unternehmen separat vor. Am Montagnachmittag folgte der zweite Schritt: Sie führten mit dem Lehrern aller weiterführenden Schulen in Weiden sowie Vertretern des Arbeitsamtes ein intensives Gespräch. Schließlich werden - neben dem Elternhaus - in den Klassenzimmern die ersten Berufswünsche geäußert und die Weichen gestellt. "Die Schüler sollen auf uns aufmerksam werden", gab Roscher, der das Projekt initiierte, in dessen Pool zwei Dutzend Lehrstellen offeriert werden, eines der Ziele vor.

In der Diskussion wurde deutlich, dass bei den Eltern noch häufig veraltete Vorstellungen vorherrschen. So wollen sich die Betriebe - "und das, was wir tun" - im Unterricht vorstellen. Auf Vorschlag der Lehrerschaft ist vorgesehen, dass die Firmen Klassen zu sich einladen. Aufgeteilt in kleineren Gruppen werden ihnen Teilbereiche des Unternehmens (Verkauf, Verwaltung, Lagerhaltung usw.) vorgestellt. Die Erfahrungen und Erkenntnisse sollen die Schüler in Referaten aufarbeiten und in der Klasse präsentieren. Die Lehrer bauen dabei auf den wertvollen didaktischen Gehalt. Nächster Schritt könnte dann ein Tag der offenen Tür oder ein Sommerfest in den Schulen sein, um auch die Eltern in den Entscheidungsprozess ihrer Kinder einzubinden.

Initialzündung für den Mittelstand

Die Aktion der Weidener "Quadriga" wird von den Wirtschaftsjunioren (Anton Forster ist derzeit Vorsitzender) und dem Industrie- und Handelsgremium Weiden (Geschäftsführer Wolfgang Eck) unterstützt. Das Vierer-Team hofft darauf, dass sich ihnen weitere Mittelständler anschließen, so dass bald ein gutes Dutzend Betriebe "munter dabei ist". "Wir sehen uns als Initiativ-Gruppe für viele Unternehmen unserer Größe", erläuterte Berthold Roscher.

Für die vier Firmen gilt gleichermaßen der enorme Wandel. Bei ihnen ist die Nutzung des Internets geradezu ein Muss. Und deshalb erwarten sie von ihren künftigen Lehrlingen "die Liebe zum Internet". "Wir brauchen junge Leute mit einem Faible für diese Technik", so Roscher. "Für die nächste Generation ist das world wide web so selbstverständlich wie für uns Schreibmaschine und Faxgerät." "Irgendwann gibt es nicht mehr den Büro-, Einzel- oder Großhandels, sondern nur noch den I-Kaufmann." Eine Alternative zum Studium.

Ähnlich ist die Entwicklung im Versandhandel und bei den Kfz-Mechanikern. So berichtete Anton Forster, dass die Diagnose an einem Fahrzeug via Internet direkt ins Werk gehe. Der Mechaniker erhalte des Ergebnis der Fehlersuche und seine entsprechenden Anweisungen übers Display. Forster bildet u. a. Konstruktionsmechaniker Metall- und Schiffbautechnik aus. "Er betreibt die einzige Werft in Weiden", folgerte daraus Peter Eichleitner. Das Team ist auf Kurs.

Quelle: vom 27.03.2001 | Netzcode: 10006016

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